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Handschuhsheim und die "Tiefe Burg"

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Tiefe Burg

 

 

 

 

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Geschichte der Grafschaft nach Jahreszahlen von K.E.Demandt



1223

Graf Diether von Katzenelnbogen genehmigt die Übergabe eines Weinberges zu Handschuchsheim durch die Witwe Ingrams und ihren Sohn Ingram an Kloster Schönau. (78)

Ältester Fund der Elternrebe (Heunisch) von Riesling und Chardonnay durch Experten des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof "am Steinachsweg" Quelle

1446 Hartmann von Hantschuhsheim wird Ledig-burgmann zu Auerbach (4389)

 

An diesem Hang wurden im Jahr 2002 alte Traubensorten entdeckt, die zum Teil schon ausgestorben schienen. So die Sorte Orleans, die einst Karl der Große am Rüdesheimer Berg eingeführt haben soll. Vor rund 250 Jahren kam die Putzscheere als Tokayer aus Ungarn, Die heutigen Rebstöcke wurden über "Absenker" vom Mutterstock verjüngt, die durchweg wurzelechten Stöcke sind teilweise über 100 Jahre alt. Weitere hier anzutreffende altertümliche Sorten sind Großer Heunisch, Gelber Ortlieber, Welschriesling, Bukettrebe sowie Weißer, Roter und mengemäßig vor allem Blauer Elbling (eine Kreuzung von Riesling und Trollinger). Die alten Sorten blieben erhalten, da viele Handschuhsheimer seit der Absatz- und Reblaus- Krise Ende des 19. Jahrhunderts den Weinbau nur noch für den Eigenbedarf betrieben. Damit erklären sich einige typische Gemeinsamkeiten der alten Bestände:
Die wurzelechte Pflanzung. Der gemischte Besatz, der als Cuvee einen hellroten , würzigen Schillerwein ergibt, und die Anfälligkeit für Witterung und Schädlinge mindert. Besonders langhenkelige, großbeerige und wohlschmeckende Trauben, die viel Brühe für den Wein bringen und früher auch als Tafeltrauben für den Markt geerntet wurden.
In dem Wingert vor uns sind neun alte Sorten vor allem im unteren Hangbereich erhalten. Im südlich angrenzenden, wesentlich größeren Wingert sind es noch ein paar mehr, in Restgrupen von 3 bis 9 Exemplaren. Hier dominiert allerdings der Riesling auf wurzelechten Stöcken, von denen die ältesten ebenfalls über 100 Jahre zurückreichen. Der enge Abstand der einzelnen Zeilen und die geringe Höhe der Laubwand verweisen noch auf die früher übliche Pflanzdichte und niedrige, bodennahe Stammerziehung. (Quelle: Aushang vorort)