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Kloster Bärbach (birpach)

(am Rande der Fuchsenhalde) liegt nördlich von Schönborn, auch genannt Clarenfeld, Münster St. Claren Orden (1447)

Klarissinnenkloster (Definition von Pabst Johannes Paul II) Hier geht´s zum Menu!

 

Kloster Bärbach

Kloster Bärbach

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Die Geschichte der Grafschaft nach Jahreszahlen von K.E.Demandt

 

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Das Kloster Bärbach wurde offiziell von den Grafen von Nassau und Katzenelnbogen gemeinsam gegründet. Inoffiziell vom Bettler Gottschalk.

Die territoriale Herrschaft lag bei den Grafen von Katzenelnbogen.

1335 Graf Gerlach von Nassau und Graf Wilhelm von Katzenelnbogen übertragen zu ihrer und ihrer Eltern Seelenheil dem in ihrem Gerichtsbezirk gelegenen Kloster in der Fuchsenhalde, dessen Errichtung jetzt mit großem Aufwand begonnen worden ist, alle Äcker und Gehölze, die sich am Ufer des Bärbachs im oberen Teil bis zur Limburger Strasse und im unteren Teil bis zu dessen Ende erstrecken, sowie den dem Kloster benachbarten Wald, der unterhalb des Weges von dem Dorfe Neisen nach dem Dorf Habenscheid liegt.

Das Kloster wird vom limburger Zimmermann Friedrich Rotapfel mit Gütern und Einkünften in Limburg, Rückershausen und Burgschwalbach beschenkt.

1344 Priester Gottschalk berichtet Erzbischof Baldewin von Trier, dass die Grafen Gerlach von Nassau und Wilhelm von Katzenelnbogen mehr als 1000M Wald und Rodland dem Kloster geschenkt hätten und dass er weitere Güter zu Limburg, Klingelbach , Rückershausen, Schwalbach, Bergen bei Frankfurt, Biebrich und Mühlen bei der Burg Helfenstein (unterhalb der Feste Ehrenbreitstein) für die Errichtung einer Kirche in Brärbach gestiftet habe. Er bittet daher um die Erlaubnis die Kirche und den Kirchhof weihen zu dürfen.

Einzige Steuer an Katzenelnbogen war ein Kuchen.

1371 Äbtissin Gottliebe erhält Geld von Graf Wilhelm II von Katzenelnbogen und erwirbt Gülten oberhalb Lorch.

1375 Äbtissin Beatrix ist die Tochter Kaiser Heinrichs VII

1376 Graf Wilhelm von Katzenelnbogen kauft einen Jahreszins zur Feier von Seelenmessen für sich, seine Frau und seine Vorfahren.

1396 Die Grafen Eberhard und Diether von Katzenelnbogen verbieten dem Klarissenkloster zu Bärbach nachdrücklich, irgendjemandem zu erlauben in dem Walde, das es von ihnen und ihren Vorfahren hat, Holz zu schlagen oder zu vergeben.

1432 liefert der hohensteiner Kellner 500 l Wein

1451 bärbacher Weinberge zu Pfaffendorf (Koblenz)

1537 Die Nonnen tragen keien Ordenshabit mehr und heiraten.

1540 Kloster Bärbach wird völlig verwüstet während die Burg Katzenelnbogen zerstört wird.

1566 wird es von Landgraf Philipp dem Großmütigen aufgelöst und ein großer Anteil wird Kloster Gronau zugesprochen.

 

 

Kloster Bärbach

 

 

 

 

 

Der Klarissenorden, auch zweiter Orden des hl. Franziskus genannt, zu dem Kl. Bärbach gehörte, hatte in der näheren und weiteren Umgebung dieses Klosters nur in Klarenthal bei Wiesbaden und in Mainz Niederlassungen. Klarenthal war 1298 von König Adolf von Nassau gegründet worden und hatte den Range eines nassauischen Hausklosters. Sein Mutterkloster, das Reichklarenkloster in Mainz, erfreute sich besonderer Zuneigung der Grafen von Katzenelnbogen. Beide Grafenhäuser waren an der Stiftung Bärbachs beteiligt. Graf Gerlach von Nassau, der Sohn des Stifters von Klarenthal, machte mit seiner Schenkung vom 1334 urkundlich den Anfang zu dem Kloster. Wird hier noch von der neu zu gründenden Kapelle geredet, so spricht die folgende Urkunde von 1335 bereits davon, dass dort ein Kloster begonnen und weiter zu erbauen ist. In ihr bestätigt jener Graf zusammen mit Graf Wilhelm von Katzenelnbogen dem Kloster die gleiche Begüterung. Graf Gerlach hatte 1327 die katzenelnbogensche Stammburg von Graf Johann von Nassau-Hadamar erworben, aber 1329 dem gleichnamigen Vater des noch unmündigen Grafen Wilhelm Burg und Stadt zur Hälfte wieder verkauft. Diese Doppelherrschaft erstreckte sich offenbar auch auf das Bärbacher Gebiet und erklärt die nochmalige Beurkundung der Gerlachschen Schenkung durch beide Landesherren.

Doch nicht diese beiden Grafen erscheinen in den urkundlichen Überlieferungen als Gründer, sondern die Gräfin Anna von Nassau und Eremit Gottschalk. Dieser hatte die Almosen der Gläubigen für das neue Kloster gesammelt, wo er einen Nonnenkonvent der heiligen Klara einzurichten wünschte. Er schenkte dem Kloster nicht unbedeutenden Besitz. 1335 waren bereits acht Klarissen dort vorhanden. Äbtissin und Konvent nannten ihn selber den Beginner und Stiftzer ihres Klosters. Auf sein Betreiben erolgte die Weihe der Kirche 1344.

Auch Gräfin Anna, Tochter Burggraf Friedrichs III von Nürnberg und Witwe des 1334 verstorbenen Grafen Emicho I von Nassau-Hadamar bezeichnete sich als Begründerin des Klosters. Sie sorgte für die bauliche Ausstattung. Durch ihre Verbindung des Klosters mit dem St. Klarenorden fest geknüpft.

Der 1328 als Feldhauptmann des Erzbischof Matthias von Mainz gefallene Bruder ihres Gatten Emicho, Johann von Nassau-Hadamar, hatte 1326 Burg und Stadt Katzenelnbogen, sie allerdings wie schon erwäht, 1327 an Graf Gerlach aus der Walramischen Linie abgetreten. Damals hatte sich Graf Johann für dem Fall der Weiterveräußerung an Wilhelm von Katzenelnbogene das Vorkaufsrechtz ausbedungen. Sein Schlachtentod hinderte ihn daran, von der Klausel GHebrauch zu machen. Wohl aber könnten dessen Erben Rechte daraus abgeleitet haben. Zieht man außerdem die mitwirkung der Grafen Johann von Nassau und Wilhelm von Katzenelnbogen heran, so wird man die Vermutung wagen dürfen, dass die Gründung Bärbachs gerade an dieser Stelle zugleich der Ausräumung eines Konfliktstoffes und dem friedlichen Ausgleich der Grafenhäuser Nassau und Katzenelnbogen gedient haben könnte.

Die Namen der Äbtissinen verraten uns nichts über ihre soziale Stellung. Lediglich von einer Irmgard von Staffel ist der adlige Stand bezeugt. Doch da dies vielfach für die Nonnen bezeugt ist und der Adel sich häufig dem Kloster wohltätig erwies. Bemerkenswert sind jedoch auch die Aufnahmen von Töchtern aus bürgerlichen Familien von Oberwesel, Koblenz und Limburg. Der Koblenzer Bürger Freidrich Sale tritt mit reicher Schenkung in die Bruderschaft des Klosters ein. Aus Limburg stammt auch einer der ersten Wohltäter und Konversen des Kloster, der Zimmermann Friedrich Rotappil. Er vermag Einkünfte aus fünf Dörfern zu schenken. Drei davon begegnen auch in der Schenkung des Eremiten Gottschalk. Auch brachte dieser dem Kloster Häuser in Limburg zu, wo Rotappil ebenfalls eine Gülte und ein von ihm selbst erbautes Haus schenkte. Möglicherweise ist er also mit dem Eremiten verwandt. Wegen seines Berufs liegt die Annahme nahe, dass er bei der Erbauung des Kloster mitgewirkt hat. Die Beziehungen zu Limburg treten auch darin zu Tage, dass der Limburger Stiftsdekan 1344 vom Trierer Erzbischof mit der Auifsicht über das Kloster betraut wurde.

Das Kloster trug seinen Namen von dem Bach, an dem es begründet wurde. Er entspingt etwa 500 Meter östlich in der Fuchsenhalde, jenem bewaldeten Höhenzug, der Einrich und Niederlahngau voneinander trennte. Das Kloster zählte auch noch zu seinem Bereich. Auf seinem Kamm unweit des Klosters zog die Fernstrasse nach Diez und LImburg vorüber, die vom Rhein bei St. Goar über Katzenelnbogen oder vom Rheingau über Kemel herankam. Oft wrid das Kloster nicht nach dem Bach, sondern anach der Fuchsenhalde bezeichnet. Daneben begegnet auch mit Bezug auf die Ordenszugehörigkeit die Bezeichnung Klarenfeld. Das Kloster war von Anbeginn dem hl. Salvator geweiht. Bei seiner Aufhebung besaß es fünf Altäre.

Aus dem Hause Nassau zeigten sich noch Erzbischof Gerlach von Mainz und Graf Adolf von Nassau-Diez als Wohltäter des Klosters. Die Territorialherrschaft war jedoch bald nach der Gründung auf Katzenelnbogen übergegangen. Bereits1347 liegt das Klsoter auf katzenelnbogenschem Eigen. Jener Graf Wilhelm von Katzenelnbogen, der Mitaussteller der Schenkungsurkunden von 1335 war, überwies in hohem Alterdem Kloster noch eine Gülte. Der Konvent bezeichnet ihn in der Urkunde als seinen Gründer und Beschützer. Während Graf Adolf von Nassau-Diez dem Kloster 1390 in der Grafschaft Diez Brugmannenfreiheit erteilt und insbesondere 1398 dessen Hof zu Freiendiez von Steuern und Diensten befreit, machen die Grafen von Katzenelnbogen das Kloster 1396 von allen Dienstleistungen frei und lösen es 1411 aus der Befugnis der Untergerichte. Graf Philippp von Katzenelnbogen erneuert 1469 diese Privilegien und befreit 1479 die Nonnen von allen Steuer, Diensten und Jagdfronden. 1469 verspricht er dem Kloster außerdem die jährliche Lieferung von einem Fuder Wein (100 Liter) und einer Tonne Heringe. So war eine ständige Verbindung gegeben, da umgekehrt das Kloster einen Kuchen zu senden pflegte. Graf und Gräfin weilten mehrfach dort.

Als Rechtsnachfolger hielten die Landgrafen von Hessen die Verbindung aufrecht. Es gab eine Gastkammer und eine Kammer des Landgrafen, bei Jagdausritten mit dem Förster in der Fuchsenhalde.

Die Sitten verkommen. Selbst Nonnen mit unehelichen Kindern werden im Kloster aufgenommen. Der anstößige Lebenswandel einzelner Klosterinsassen bewegt dann schließlich Philipp den Gutmütigen Landgraf von Hessen zur Schließung des Klosters.

1566 wird das Kloster aufgelöst und ein großer Teil der Ländereien geht an das Kloster Gronau über.

(von K.E.Demandt)